12.11.2007
Wir landen nach 9 Stunden und 15 Minuten pünktlich in Recife an der Küste Brasiliens, quälen uns durch die Passkontrolle, schnappen unser Gepäck und schecken ein paar Meter weiter wieder ein. Jetzt haben wir drei Stunden Zeit, darüber nachzudenken, wieviel Uhr es in Deutschland ist, ob wir müde sind oder nicht, ob wir uns noch Wasser holen sollen und warum die Einheimischen alle rumlaufen, als ob hier Sommer ist, während wir noch unsere Pullover anhaben.
Um vier Uhr morgens Ortszeit geht es endlich los. Wir haben einen Hopp-hopp-Flug, soll heissen, der Flieger steuert insgesamt fünf Flughäfen auf dieser Route an. Also starten, 60 Minuten fliegen, landen, 45 Minuten Leute aussteigen lassen und neue Gäste an Bord nehmen, dann wieder starten und so weiter. Viermal müssen wir dieses Spielchen über uns ergehen lassen, bevor wir in Santarem landen.
Santarem empfängt uns um 10 Uhr morgens mit 33 Grad und 73 Prozent Luftfeuchtigkeit. Vor dem Flughafen wartet der Shuttle-Bus eines Hotels, das von unserem Reiseführer empfohlen wird, und ohne lange zu zögern, entern wir den Bus und lassen uns in die Stadt schaukeln.
An Bord ist Andre, ein brasilianischer Ingenieur, der die Sicherheit von Amazonas-Frachtern überprüft. Er hat in Sao Paulo im Rudolf-Steiner-College studiert und warnt uns, als er hört, dass wir per Boot nach Manaus weiter wollen, vor Holzdampfern. Die würden nämlich oft illegal betrieben, nicht instandgehalten und die Kapitäne seien auch nicht gut ausgebildet. Wunderbar - das Abenteuer beginnt.
Zu Santarem lässt sich nicht viel sagen, ein 220.000 Einwohner zählendes verschlafenes Kaff mit Einkaufsviertel für die umliegenden Ortschaften, einem grossen Hafen für die Soja-Frachter und vielen Leuten, die viel Zeit haben. Der Amazonas fliesst träge vorbei.
Wir besorgen uns am Nachmittag eine Schiffspassage nach Manaus (auf einem Stahlboot), 300 Reas (ca. 150 €) für eine Doppelkabine. Die Fahrt wird 48 Stunden dauern. Auf dem Rückweg ins Hotel noch schnell ein Bier bei der Hitze und dann fallen wir in einen komatösen Tiefschlaf, aus dem wir syncron acht Stunden später erwachen. Es ist 1 Uhr morgens, die Klimaanlage schuftet sich zu Tode, um das Zimmer auf 24 Grad zu halten, und ich genehmige mir, um weiter schlafen zu können, ein Bier aus der Minibar. Klappt wunderbar, schon bald gurgele ich wieder weg, während Gerda die Zeit bis zum Frühstück mit diversen wichtigen Dingen überbrückt.
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2 Kommentare:
Hört sich doch schon alles wunderbar an!
Das Essen in Paris erinnerte mich übrigens an den Besuch in der New-Yorker-Jazz-Kneipe. Preislich gesehen.
Mir fällt gerade auf, dass die meisten deiner drei Blogs bisher auf die gleiche Art und Weise begannen. Hitze und Luftfeuchtigkeit.
Schön zu hören, dass ihr gut gelandet seid! Hier schneit es im Übrigen schon ;-) Liebe Grüße, S. aus K.
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