Samstag, den 2. Februar 2008
Es regnet, es ist grau und zum Frühstück gibt es dünnen Nescafe. Wir verbringen den Vormittag im gutgeheizten Zimmer. Während Gerda weiter in die Feinheiten der spanischen Sprache eindringt, sichte und sortiere ich die Fotos der letzten Tage.
Als am frühen Nachmittag endlich der Regen nachlässt, machen wir uns zum 60 Kilometer entfernten Fuerte Bulnes auf. Dieses Fort bauten die Spanier, um die Magellan-Strasse unter ihre militärische Kontrolle zu bekommen. Das Fort ist liebevoll restauriert und ein paar Meter hinter der hölzernen Palisade (ich bin mal wieder selbst von meinem aktiven Wortschaftz begeistert) findet sich ein Schild, das daraufhinweist, dass wir uns hier am südlichsten Punkt des amerikanischen Festlandes befinden. (Ein Blick auf zwei Landkarten sagt mir, dass der südlichste Punkt noch ein paar Kilometer südlicher sein dürfte, allerdings gibt es dahin keine Wege.)
Bis zum Wasser sind es nur wenige Schritte und die Magellan-Strasse liegt in würdevoller Ruhe vor uns. Das Wasser ist stahlblau, Feuerland und andere Inseln liegen im Dunst vor uns und es ist himmlisch ruhig. Nur die Möwen kreischen, wie es sich für Möwen gehört, und das Wasser klascht ruhig und rhythmisch ans Ufer. Keine Motorengeräusche, keine Schiffe, keine Menschen ausser uns. Die Gegend wird 1520 nicht viel anders ausgesehen haben.
Am 21. Oktober 1520 stiess der portugiesische Seefahrer Fernando Magellan auf der Suche nach einer Alternative zum gefährlichen Kap Horn auf die enge Durchfahrt zwischen dem südamerikanischen Festland und Feuerland. Wobei man damals noch gar nicht von Feuerland sprach. Der Name wurde der Insel nämlich erst von Herrn Magellan verliehen. Als sein Schiff durch den engen Kanal segelte, sah man nachts die Feuer der Einheimischen auf der Insel.
Ende der 12. Reisewoche.
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