Donnerstag, 31. Januar 2008

Nachtrag 2: Calafate

Blick auf Calafate. Während der Reiseführer von 8.000 Einwohnern spricht, meint unsere Autovermieterin, dass mittlerweile 20.000 Leute in der Stadt leben.

Die Hauptstrasse (I).

Die Hauptstrasse (II).

Die Hauptstrasse (III).

Calafate ist nur einen Katzensprung entfernt von den Hotspots dieser Welt.

Nebenstrasse.

"Dohnt krei vor mie, arrschentihna" - die Perons in Bronze.

Die Weinkellerei "Das Ende der Welt", keine Ahnung, wo die hier Wein anpflanzen.

Nachtrag 1: Die legendäre Busfahrt

Calafate ruft!

Zwei Nächte und einen Tag im Bus vor sich, da kann man nur strahlen.

Blick in unseren Komfort-Schlaf-Bus.

Der erste Kaffee nach der ersten Nacht. Ist das schon die Realität oder träume ich noch?

Das ist übrigens nicht mein Schlafanzug, sondern mein State-Of-The-Art Hans Wolfshaut Travellerhemd. Okay, über das Design kann man streiten, aber 1. kennt mich keiner in Patagonien und 2. ist das Hemd in Nullkommanix trocken, was auf Reisen, wo man jeden Morgen im Hotelzimmer wäscht, von Vorteil ist.

Der erste Eindruck von Patagonien.

Im Bus gibt es keinen Bordservice, deshalb versorgen wir uns selber.

Irgendeine kleine Stadt auf dem Weg nach Calafate.

Busstopp in einem Kaff, das aus fünf Häusern und einer Tankstelle besteht.

Vor uns, neben uns, hinter uns: das Nichts.

Sag ich doch.

Tanken in the middle of nowhere.

Geschafft, Ankunft in Calafate. Von mir gibt es kein Foto, weil ich immer noch das selbe Hemd anhabe und ich nicht möchte, dass das publik wird.

Montag, 28. Januar 2008

Die nächsten Ziele

Liebe Freunde,
in unserem Luxus-Hotel tropfen die Bytes durch die Leitung, in den Internet-Cafes von Calafate ist der Datenstrom ein dünnes Rinnsal. Im Supermarkt konnte man heute nicht mit Kreditkarte zahlen, weil der Satellit ausgefallen war. Wir sind nun doch langsam am Ende der Welt (so heißt hier auch ein Souvenier-Shop). Deshalb vorerst mal keine Bilder.

Morgen fahren wir zum Moreno-Gletscher und am Mittwoch, den 30.1., geht es mit dem Mietwagen via Chile nach Feuerland. Ushuaia liegt ca. 1.000 km von Calafate entfernt. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis zur südlichsten Stelle, die man in Argentinien und damit in Südamerika erreichen kann.

Wir melden uns, wenn wir wieder in Reichweite eines WLAN-Netzes sind.

Grüße an alle!

Gerda und Karsten

79. Tag: El Calafate

Montag, den 28. Januar 2008

Die Busfahrt steckt doch mehr in den Knochen als gedacht. Lange geschlafen und einen ruhigen Tag in der Stadt verbracht.

78. Tag: El Calafate

Sonntag, den 27. Januar 2008

04.00 Uhr
Der Bus steht. Wie lange schon? Draussen ist es stockfinster. Nur in einer kleinen Hütte brennt Licht und ein Scheinwerfer beleuchtet einen kleinen Hof. Wir sind in El Chalten, dem Ort am Fusse des Fitz-Roy-Gebirges. Etliche Leute steigen zu. Gott sei Dank, will keiner meine Sitzbank haben. Nachdem das klar ist, schlafe ich wieder ein.

07.05 Uhr
Es wird langsam hell und ich werde langsam wach. Ein Schild rauscht vorbei: noch 65 Kilometer bis El Calafate!

08.10 Uhr
Ankunft in El Calafate nach 35 Stunden. Wir sind verschwitzt und fertig - obwohl, wir hatten es uns anstrengender vorgestellt. Der ganze Bus ist eine einzige Staubwolke. Der feine Sand ist durch jede Ritze eingedrungen. In der Bordtoilette gibt es regelrechte Sandverwehungen. Unser Gepäck ist völlig staubig.

Da die Cafeteria des Busbahnhofes noch nicht geöffnet ist, entern wir ein Taxi und lassen uns einige Hosterien zeigen. Für 180 Pesos gibt es nur finstere Zimmer und seelenlose Frühstücksräume. Wir sagen dem Fahrer, dass wir lieber ein Hotel wollen und er bringt uns zum Vier-Sterne-Calafate Parque Hotel, vor dessen Tür eine ca. DIN A3-grosse Messingtafel davon berichtet, dass das Hotel im Dezember 2004 vom damaligen Präsident Nestor Kirchner und der damaligen First-Lady Christina Kirchner eingeweiht wurde. 220 ist der Preis für eine Nacht hier und ich nehme das Zimmer sofort. Was für einen Unterschied doch 40 Pesos machen, die Lobby im Parque Hotel ist mit gemütlichen Sofas vollgestellt, die Wände sind aus Naturstein und die Treppen aus edlem Holz. Erst bei der Abzeichnung des Kreditkartenbelegs fällt mir auf, dass die nette Dame hinter der Rezeption von Dollar und nicht von Pesos gesprochen hat. Nach 35 Stunden Busfahrt sind wir uns gegenüber in Spendierlaune und so bleiben wir im Parque Hotel.

El Calafate und seine 8.000 Einwohner leben vom Tourismus und das offensichtlich nicht schlecht. Die Stadt ist überschaubar, hat eine geschäftige Hauptstrasse auf der sich Restaurants, Boutiquen, Souveniershops und Reiseagenturen abwechseln. Die meisten Touristen bleiben nur eine oder zwei Nächte in der Stadt, gerade Zeit genug, sich den Gletscher anzuschauen und im neugebauten Casino zu zocken.

77. Tag: Im Bus nach El Calafate

Samstag, den 26. Januar 2008

02.00 Uhr
Der Bus steht, ich bin etwas orientierungslos. Neue Fahrgäste kommen an Bord. Wir müssen wohl in Esquel sein. Ich dämmere wieder weg.

02.35 Uhr
Gerade war man wieder eingeschlafen, da weckt einen eine weitere Polizeikontrolle. Der Polizist geht einmal durch den Bus und wünscht noch eine gute Fahrt. Was soll das mitten in der Nacht? Eigentlich schlafe ich überraschend gut. Nur ab und zu wache ich auf und verändere meine Liegeposition.

07.27 Uhr
Ich wache auf. Die Sonne geht gerade auf. Vor dem Busfenster liegt Patagonien! Endlos dehnt sich die Landschaft.

08.00 Uhr
Wir fahren schon eine ganze Weile auf Schotter. In Alto Rio Senguer gibt es eine Tankstelle mit Kaffee-Bar. Frühstückspause! In elf Stunden hat der Bus 584 Kilometer zurückgelegt. Nach einer halben Stunde geht es weiter. Auf der völlig ausgelutschen Piste kommt der Bus manchmal nur im Schritt-Tempo voran. Für die 88 Kilometer bis zum nächsten Ort brauchen wir über 2,5 Stunden.

11.05 Uhr
Ankunft in Perito Moreno. Der Ort heisst zwar wie der Gletscher, den wir uns ansehen wollen, hat aber nichts mit ihm zu tun. Der Bus lädt uns alle am Terminal aus und verschwindet für eine halbe Stunde. Dann kommt er mit einem Steinschlaggitter vor seiner Windschutzscheibe wieder. Wie mag die Strecke vor uns wohl aussehen? Es folgt eine lange Pause im nahegelegenen Los Antiguos. Die beiden Fahrer, die sich abwechseln, verschwinden im Büro ihrer Busgesellschaft, wir gehen ein Eis essen.

15.52 Uhr
Endlich geht es weiter. In Perito Moreno ist ein neuer Fahrgast eingestiegen. Der Bus hat mehrere Stunden in der Hitze gestanden und ist entsprechend aufgeheitzt. Dösig schaue ich auf eine Landschaft, die sich seit Stunden nicht verändert.

18.30 Uhr
Pause in Bajo Caracoles. Diesen winzigen Punkt im Nichts hat schon Bruce Chatwin in seinem Buch "In Patagonien" beschrieben. Für ihn war es eine "Kreuzung von belangloser Wichtigtuerei mit Strassen, die in sämtlichen Richtungen anscheinend nirgendwohin führen". Der Ort ist seit seinem Besuch Mitte der 70er Jahre nicht viel gewachsen. Es gibt zwei Tanksäulen, eine kleine Kneipe, ein Hostel, einen Campingplatz auf dem ein VW-Bus aus Berlin steht (ohne das die Besitzer zu sehen wären) und ein paar Wohnhütten. Die Ankunft des Busses scheint der gesellschaftliche Höhepunkt des Tages zu sein.

22.43 Uhr
Die Tage sind hier unten länger. Die Sonne geht gute anderthalb Stunden später unter als in Bariloche.

Ende der 11. Reisewoche.

76. Tag: Zurück nach Bariloche

Freitag, den 25. Januar 2008

Bis Bariloche sind es gute 300 Kilometer. Aber unsere Route führt nur über asphaltierte Landstrasse und so gondeln wir ganz entspannt zurück. Weil wir das Auto erst abends zurückgeben müssen, fahren wir durch Bariloche hindurch zu einem kleinen Ort mit dem schönen Namen Llao Llao. Hier sieht es wirklich wie in der Schweiz aus: hinter uns liegen grüne Wiesen, vor uns der See und am anderen Ufer erheben sich steile Berge. Sogar Schnee liegt auf den Gipfeln.

Um 19 Uhr geben wir das Auto zurück und machen uns zum Busbahnhof auf. Vor uns liegen 35 Stunden Busfahrt. Wir wollen in einem Rutsch bis nach El Calafate vorstossen. Calafate ist der Ausgangsort für zwei der Hauptattraktionen Patagoniens, dem Nationalpark rund um das Bergmassiv des Fitz Roy und dem Gletschergebiet des Perito Moreno.

20.40 Uhr
Der Bus fährt im Terminal ein. Wie immer, Verstauen des Gepäcks, Kontrolle der Fahrkarten, Suche nach den Sitznummern. Der Bus ist ein einfacher Reisebus ohne besonderen Komfort, keine bequemen Schlafsessel, keine Decken, keine Kopfkissen. Das kann ja heiter werden.

20.58 Uhr
Superpünktliche Abfahrt. Der Bus ist nur gut zur Hälfte gefüllt. Die Sitzreihe hinter uns ist leer und ich besetze sie. Mit einer Bank für sich alleine kann man es ganz gut aushalten. Während wir uns durch den abendlichen Verkehr aus Bariloche herauskämpfen, geht die Sonne langsam und glutrot unter. Eine schöne Abschiedsstimmung.

21.19 Uhr
Wir fahren auf der berühmt-berüchtigen Routa 40. Eine ca. 4.500 Kilometer lange Strasse entlang der Anden, die im Norden an der bolivischen Grenze beginnt und im Süden kurz vor Feuerland endet. Die Strasse ist mal Schotterpiste, mal gut ausgebaute Landstrasse. Wir sind sie bei unseren diversen Ausflügen mit den Mietwagen schon mehrmals mit ihr in Kontakt gekommen. Nun werden wir gut 1.450 Kilometer auf ihr verbringen (da der Bus aber ein paar Schleifen fährt, sind wir insgesamt 1.600 Kilometer unterwegs).

22.05 Uhr
Polizeikontrolle! Wir müssen unsere Pässe und den Inhalt unseres Handgepäcks zeigen, ein Polizist vergleicht unsere Namen mit der Passagierliste. Nach einer Viertelstunde geht es weiter.

23.40 Uhr
Wir kommen in El Bolson an, dem ersten Zwischenstopp. Der Bus springt über eine Bodenwelle am Ortseingang. Alle, die schon eingeschlafen waren, sind jetzt wieder wach.

Zwischen Bariloche und Bariloche

Holzhaus in Bariloche (I).

Typisches Holzhaus in Bariloche (II).

Der Strand von San Martin.

Hotel im Chalet-Stil.

Der Namensgeber der Stadt auf einem Sockel.

Nebenstrasse in San Martin.

Und noch ein Hotel im Chalet-Stil.

Die Seenplatte in der Nähe von Bariloche.

Ein Hauch von Schweiz.

Immer noch in der Nähe von Bariloche.

75. Tag: San Martin De Los Andes

Donnerstag, den 24. Januar 2008

Wir lassen das Auto den ganzen Tag stehen, gehen lieber spazieren, decken uns in einer kleinen Buchhandlung mit englischer und spanischer Lektüre ein und geniessen abends in einem vegetarischen Restaurant die fleischlose Küche.

74. Tag: San Martin De Los Andes

Mittwoch, den 23. Januar 2008

Der Himmel ist bedeckt und es hat wohl in der Nacht geregnet. Die Schotterpiste nach San Martin De Los Andes ist noch feucht, also gibt es kaum Staub, und es sind nur wenige andere Fahrzeuge unterwegs. Wir fahren durch den Nationalpark Lanin vorbei an schroffen Felsen, grünen Wiesen und üppigsprudelnden Bächen.

Nach drei Stunden erreichen wir San Martin. Wir stossen aus den Bergen direkt auf die Uferpromenade, die mit vielen Cafes und Restaurants sehr einladend wirkt. In der Nähe des Busbahnhofs entdecken wir ein quirliges, gutbesetzes Restaurant mit großem Aussenbereich. Die Karte bietet Waffeln mit Schinken und Käse und Rühreier mit Speck, genau das Richtige!

Beim anschließenden Verdauungsspaziergang beschliessen wir, in der Stadt zu bleiben. Der 26.000 Einwohner zählende Ort ist zwar auch eine Touristenhochburg, aber anders als in Bariloche, fallen die vielen Urlauber nicht so auf. Ausserdem haben die örtlichen Politiker daraufgeachtet, die Stadt nicht zu verbauen. Die meisten neuen Häuser sind aus Holz und huldigen einer Art Schweizer Chalet-Stil.

73. Tag: Im andinen Seengebiet

Dienstag, den 22. Januar 2008

Wir steigen früh in unseren Miet-Corsa und fahren entlang des Lago Nahuel Huapi in Richtung Villa La Angostura. Der Ort boomt seit dem vor einigen Jahren eine geteerte Strasse gebaut wurde. Die Hauptstrasse ist gesäumt mit Boutiquen, Eisdielen und Restaurants. Die Wohngebiete liegen gut verborgen in den Wäldern ringsum. Wir versorgen uns mit Brot (plötzlich gibt es in den Läden eine Auswahl an verschiedenen Brotsorten), Wurst und Käse und picknicken mit vielen Argentiniern am Seeufer.

Kurz hinter Villa La Angostura hört die Asphaltstrasse auf und unsere geliebte Schotterpiste beginnt wieder. Anders als in den Anden rund um Uspallata sind wir hier in einer touristischen Hochburg mit entsprechend dichtem Verkehr. Der von den vielen Autos aufgewirbelte Staub nimmt nicht nur die Sicht, er zwingt auch dazu, bei der Affenhitze die Fenster geschlossen zu halten. Von unserem ursprünglichen Plan, am Ufer des Traful-Sees zu übernachten, müssen wir uns verabschieden - alles voll. Gegen sieben Uhr abends, nach 185 Kilometer Schotterpiste, sehen wir ein kleines Hotel mit Restaurant an einem Berghang. Wir mieten ein Zimmer, kaufen eine Flasche Bier und spülen den Staub des Tages mit Blick ins Tal herunter. Wir sind nicht die letzten, die im Hotel nach einem langen Tag auf der Strasse Zuflucht suchen. Ein deutsches und ein amerikanisches Paar treffen kurz hintereinander ein.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Im andinen Seengebiet

Die Anden sind hier schon nicht mehr so hoch wie im Norden und deshalb viel grüner.

Die Bäche führen sogar Wasser, was im Norden auch selten vorkam.

Am Ufer des Traful-Sees.

Noch mal der Traful-See.

Morgenstimmung zwischen Bariloche und San Martin.

Langsam steigt die Sonne über den Tälern auf.

Hinter'm Horizont geht's weiter. (Hoffentlich!) Bitte achten Sie auf den Strassenbelag.

Endlose Bergketten.

Rauschende Wildbäche.

Das ist die Wasserscheide in der Nähe von San Martin. Der linke Bach fliesst in Richtung Pazifik und der rechte Bach in Richtung Atlantik. (Das ist kein Scherz! Reisebusse halten hier an, um diese beiden Rinnsale zu bestaunen.)

Abendhimmel über San Martin.

72. Tag: Von Neuquen nach Bariloche

Montag, den 21. Januar 2008

Etwas zerknittert kommen wir morgens um sieben Uhr, nach elf Stunden, in Neuquen an. Gerda hat ganz gut geschlafen, ich habe in den angeblichen Schlafsitzen keine Position gefunden, die mich in den Tiefschlaf hat gleiten lassen. Entsprechend ist meine Laune und auch ein Kaffee und ein Croissant in einem kleinen Stehcafe im Busbahnhof heben sie nicht.

Eigentlich wollten wir in Neuquen übernachten und einen Ausflug zu einer 80 Kilometer entfernten Dinosaurierausgrabungsstätte und dem angeschlossenen Museum machen. (Rund um Neuquen sind riesige Dinosaurier-Sklette gefunden worden.) Aber irgendwie behagt uns der Gedanke, (Luft holen) jetzt in die Stadt zu fahren, ein Hotel zu suchen, dann den Bus zu dem Museum zu finden, den ganzen Tag rumzulaufen und dann wieder zurück in die Stadt usw. (Ausatmen) nicht. (Den Satz vielleicht noch mal lesen?)

Stattdessen beschliessen wir, den nächsten Bus nach Bariloche zu entern, um endlich nach Patagonien zu kommen. Die vier Stunden bis zur Abfahrt vertrödeln wir am Busbahnhof, wo mir auffällt, dass der Name "Neuquen" ja ein Palindrom ist. Übrigens genauso wie das Wort "Reliefpfeiler". So kann man die Zeit auch rumkriegen.

Nach weiteren sieben Stunden im Bus kommen wir gegen 20 Uhr in Bariloche an. Die Stadt ist eigentlich eine Wintersporthochburg, die sich aber dank ihrer Lage am Nahuel Huapi-See auch im Sommer immer größerer Beliebtheit erfreut. Es geht hier zu wie in Egmont aan Zee während der Hauptsaison. In den kleinen Straßen im Zentrum stauen sich die Autos, die Bürgersteige sind voller Menschen und in den Restaurants gibt es kaum Plätze. Wir haben Glück und finden ein Zimmer für eine Nacht und einen Mietwagen für den nächsten Tag.

71. Tag: Von Uspallata nach Mendoza

Sonntag, den 20. Januar 2008

Wir brechen um kurz nach 8.00 Uhr in Uspallata auf und schaffen die knapp 200 Kilometer nach Mendoza über die gut ausgebaute Landstrasse in etwas über zwei Stunden. Wir finden sogar auf Anhieb den Busbahnhof und kaufen zwei Nachtfahrkarten nach Neuquen.

Der Bus geht um 19.45 Uhr und wir verbringen einen entspannten Tag im sommerlichen Mendoza. Wir hangeln uns in verschiedenen Gastronomiebetrieben vom zweiten Frühstück übers Mittagessen zu Kaffee und Kuchen. Zwischen drin legen wir im Park noch eine Siesta ein.

Der Busbahnhof von Mendoza hat 60 Bahnsteige und an diesem Sonntagabend scheinen von allen gleichzeitig Busse abzufahren. Wir kommen mit unserem Gepäck kaum zu unserer Platform durch, so dicht drängen sich die Reisenden.

Als es um zehn Uhr dunkel wird, bietet uns die Natur ein einzigartiges Schauspiel: über mehrere hundert Kilometer entlädt sich am Horizont ein spektakuläres Gewitter. Riesige Blitze zucken über den Nachthimmel, erleuchten immer wieder die Pampa taghell. Über drei Stunden fährt der Bus neben dem Gewitter her.

Samstag, 19. Januar 2008

Die weitere Reiseroute

Liebe Freunde,

am Sonntag, den 20. Januar, verlassen wir Uspallata in Richtung Mendoza, wo wir den Mietwagen zurückgeben. Wir versuchen am selben Tag einen Bus in Richtung Süden zu finden, um mal langsam Patagonien näherzukommen. Die nächsten Stationen werden San Rafael, Neuquen, Bariloche und Esquel sein. Esquel liegt am 42. Breitengrad und da ungefähr fängt dann Patagonien an. Bis dahin sind es noch ungefähr 1.500 km oder 22 Busstunden.

Sobald der nächste WLAN-Hotspot auftaucht, geht es hier weiter.

Viele Grüße

Gerda und Karsten

P.S.: Hier eine Karte, damit ihr wisst, wo wir sind und wo wir noch hinwollen:


70. Tag: Uspallata

Samstag, den 19. Januar 2008

Unser letzter Tag in Uspallata, wir beschliessen, ein kleines Nebental zu erkunden und fahren 20 Kilometer über, richtig, Schotterstrassen in die Berge. Aus der Strasse wird eine Piste, aus der Piste eine Fahrspur und bevor die Fahrspur im Nichts endet, halten wir an und - tätätäräää, Premiere - wandern. Oder wie es moderner heisst und auch besser zu meinen Jack-Wolfskin-Schuhen passt, wie machen Trekking.

Als echte Anfänger haben wir natürlich weder eine Karte, noch einen Kompass, noch Wasser oder Sonnencreme dabei. Trotzdem macht es Spass und als wir nach einer Stunde wieder am Auto stehen, steht der Entschluss fest, das werden wir in Patagonien wiederholen.

Den Rest des Nachmittages wird ruhig im Hotel und am Pool verbracht. Und am frühen Abend (es wird hier erst gegen 22 Uhr dunkel) machen wir uns zu unsereren zweiten Wanderung innerhalb eines Tages auf. Auch diesmal schonen wir uns nicht, erklimmen einen steilen Hang, machen im wahrsten Wortsinn eine Gratwanderung und kommen bei einem Gipfelkreuz aus. Die Treppen ins Hotelzimmer bin ich ganz vorsichtig hochgegangen, damit der Schmerz in Waden und Oberschenkel nicht überhand nimmt.

Ende der 10. Reisewoche.

Im kleinen Tal nebenan

Man sieht es vielleicht, unser Auto ist völlig eingestaubt. Nicht nur aussen, sondern auch der gesamte Innenraum - einschliesslich Insassen - ist nach jeder Ausfahrt mit einer gar nicht feinen Staubschicht bedeckt.

Nochmal der Anaconda (oder so ähnlich), der höchste Berg..., ach, ihr wisst schon.

Diese Einöde zieht sich ins Unendliche. Um Sepp Herberger zu zitieren: Nach dem Berg ist vor dem Berg.

Obwohl ja offensichtlich kaum was wächst, weiden hier Kühe. Jetzt sind Sie dran.

Gerda ergibt sich.

Ein bischen Grün gibt es schon.

Wieviel Kröten bekommt man eigentlich für so eine Amphibie? Und warum haben die Griechen für diese Tiere extra Theater gebaut?

Der Berg ruft. Man muss nur genau hinhören.

Kaum steigt man mal aus dem Auto aus und läuft ein paar Schritte, entdeckt man, dass die Einöde lebt. Diese Eidechse konnte gar nicht fassen, dass in ihrem Revier Leute einfach so rumstiefelten. Sie zeigte uns die kalte Schulter und wir trollten uns.

Das Tal von Uspallata. In den Pappeln verborgen liegen die Häuser.