Sonntag, den 27. Januar 2008
04.00 Uhr
Der Bus steht. Wie lange schon? Draussen ist es stockfinster. Nur in einer kleinen Hütte brennt Licht und ein Scheinwerfer beleuchtet einen kleinen Hof. Wir sind in El Chalten, dem Ort am Fusse des Fitz-Roy-Gebirges. Etliche Leute steigen zu. Gott sei Dank, will keiner meine Sitzbank haben. Nachdem das klar ist, schlafe ich wieder ein.
07.05 Uhr
Es wird langsam hell und ich werde langsam wach. Ein Schild rauscht vorbei: noch 65 Kilometer bis El Calafate!
08.10 Uhr
Ankunft in El Calafate nach 35 Stunden. Wir sind verschwitzt und fertig - obwohl, wir hatten es uns anstrengender vorgestellt. Der ganze Bus ist eine einzige Staubwolke. Der feine Sand ist durch jede Ritze eingedrungen. In der Bordtoilette gibt es regelrechte Sandverwehungen. Unser Gepäck ist völlig staubig.
Da die Cafeteria des Busbahnhofes noch nicht geöffnet ist, entern wir ein Taxi und lassen uns einige Hosterien zeigen. Für 180 Pesos gibt es nur finstere Zimmer und seelenlose Frühstücksräume. Wir sagen dem Fahrer, dass wir lieber ein Hotel wollen und er bringt uns zum Vier-Sterne-Calafate Parque Hotel, vor dessen Tür eine ca. DIN A3-grosse Messingtafel davon berichtet, dass das Hotel im Dezember 2004 vom damaligen Präsident Nestor Kirchner und der damaligen First-Lady Christina Kirchner eingeweiht wurde. 220 ist der Preis für eine Nacht hier und ich nehme das Zimmer sofort. Was für einen Unterschied doch 40 Pesos machen, die Lobby im Parque Hotel ist mit gemütlichen Sofas vollgestellt, die Wände sind aus Naturstein und die Treppen aus edlem Holz. Erst bei der Abzeichnung des Kreditkartenbelegs fällt mir auf, dass die nette Dame hinter der Rezeption von Dollar und nicht von Pesos gesprochen hat. Nach 35 Stunden Busfahrt sind wir uns gegenüber in Spendierlaune und so bleiben wir im Parque Hotel.
El Calafate und seine 8.000 Einwohner leben vom Tourismus und das offensichtlich nicht schlecht. Die Stadt ist überschaubar, hat eine geschäftige Hauptstrasse auf der sich Restaurants, Boutiquen, Souveniershops und Reiseagenturen abwechseln. Die meisten Touristen bleiben nur eine oder zwei Nächte in der Stadt, gerade Zeit genug, sich den Gletscher anzuschauen und im neugebauten Casino zu zocken.
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