Mittwoch, 16. Januar 2008

66. Tag: Von Uspallata in Richtung Chile

Dienstag, den 15. Januar 2008

Von Uspallata ist es nicht mehr weit bis zur chilenischen Grenze. Die Nationalstrasse 7 bietet beste Landstrassenqualität und führt durch ein extrem schönes Tal. Am des Tals entschwindet die Strasse in einen Tunnel, auf der anderen Seite des Bergs wartet Chile. Wir biegen kurz vorher ab und erklimmen mit unserem kleinen VW die historische Route nach Chile. Mal wieder eine Schotterpiste, mal wieder sensationelle 180-Grad-Kehren. Während wir uns langsam im ersten und zweiten Gang den Berg hochwinden, fragen wir uns, wie hier wohl früher die LKW's hochgekommen sind. Aber irgendwie muss es gegangen sein, denn bereits 1904 hat man oben auf dem Pass, an der Grenze zwischen Argentinien und Chile eine 30 Tonnen schwere Jesusfigur aufgestellt.

Zweiter Anlaufpunkt unseres Tagesausflugs ist der Nationalpark Aconcagua, der den gleichnamigen Berg beherbegt, der ausserhalb des Himalayas, der höchste Berg der Erde ist. 6.960 Meter soll er hoch sein, oder ein paar Meter mehr oder weniger, die Zahlen schwanken ein bischen, je nach Quelle. Wer in den Park will, sei es zum Wandern oder zur Gipfelbesteigung, braucht ein kostenpflichtiges Permit. Tagesgäste wie wir dürfen einen kleinen Rundkurs laufen. Obwohl wir hier nur auf 2.700 Meter Höhe sind, finde ich den rund einstündigen Spaziergang anstrengend. Jede kleine Steigung geht an die Kondition. Wie mag das wohl erst in 6.000 Meter Höhe sein?

Der Gipfel des Aconcagua erscheint von unserem Aussichtspunkt gar nicht so hoch. Kaum zu glauben, dass zwischen uns und der Bergspitze 4.000 Meter Höhenunterschied liegen sollen. Bergsteiger brauchen zwischen sieben und 14 Tage, um auf den Gipfel zu kommen, jenachdem wie schnell sie sich an die Höhe gewöhnen. Bergsteigerisch soll die Route nicht besonders anspruchsvoll sein, aber in der Höhe ist der Wind eisig und das Wetter schlägt schnell um. Nachttemperaturen von minus 15 Grad sind selbst im Sommer die Regel.

Im Örtchen Puente del Inca, etwas unterhalb des Nationalparks, gibt es dann noch ein Kuriosum zu bewundern. Dank einer schwefelhaltigen Quelle avancierte der kleine Ort für einige Zeit zum Heilbad bis ein Erdrutsch das Kurhaus zerstörte. Die Quelle sprudelt jetzt über das Haus und hat die Mauern mit einer dicken Mineralschickt überzogen. Busladungsweise werden die Touristen zu dieser Attraktion gekarrt. Wobei man nicht weiss, was interessanter ist, die Mineralquelle oder der nebenanliegende Kunst- und Ramschmarkt.

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