Donnerstag, den 10. Januar 2008
Obwohl die Stadt heute zehn Grad kühler ist, also nur noch "in den kleinen" Dreissigern, verbringen wir die meiste Zeit im Hotel. Städtebaulich gibt der Ort nicht viel her, er wurde in den 40er Jahren durch ein Erdbeben weitestgehend zerstört und dann mit erheblicher Unterstützung von Juan Peron wieder aufgebaut.
Unser Lonely Planet-Reiseführer empfiehlt ein vegetarisches Restaurant in der Nähe unseres Hotels und wir treffen dort auf einen jungen Kölner, der seit drei Monaten in San Juan für eine deutsche Maschinenbaufirma arbeitet. Er kennt das Restaurant aus dem gleichen Führer. Wir sind aber die ersten Deutschen, die er hier trifft. Wir unterhalten uns zwei Stunden bei Rote Beete-Salat, Quiche und eingelegtem Gemüse. Man hat ihm die kaufmännische Leitung der Filiale angeboten und nun überlegt er, ob er das Angebot annehmen soll. Es würde heissen, für die nächsten drei, vier Jahre in San Juan zu bleiben und sich tief in das argentinische Steuersystem einzuarbeiten, ein System, wie er uns versichert, das noch komplizierter als das deutsche sei. Wir teilen grosszügig die Früchte unserer beruflichen Erfahrung mit ihm und lassen ihn, glaube ich, noch unschlüssiger zurück.
In der Zeitung lesen wir, dass die Hitzewelle Spuren in Argentinien hinterlässt. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen haben den Stromverbrauch so in die Höhe schnellen lassen, dass die Kraftwerke nicht mehr nachkamen. Allein im Großraum Buenos Aires kam es zu mehreren tausend Stromausfällen, von denen Millionen Menschen betroffen waren. Die Ursache war wohl die besonders intensive Nutzung von Klimaanlagen. Für die Regierung Kirchner sind die Stromausfälle die Bestätigung, dass es mit Argentinien aufwärts geht. Denn erstens würden die Unternehmen mehr Strom verbrauchen, weil wieder mehr produziert würde, und zweitens bewiese die Tatsache, das mehr Klimaanlagen verkauft würden, dass es den Argentiniern wieder besser geht. Als Sofortmassnahme verteilt die Regierung jetzt im ganzen Land Stromsparbirnen. Experten haben wohl ausgerechnet, dass sich damit bis zu zwei Kraftwerke einsparen lassen.
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