Samstag, den 26. Januar 2008
02.00 Uhr
Der Bus steht, ich bin etwas orientierungslos. Neue Fahrgäste kommen an Bord. Wir müssen wohl in Esquel sein. Ich dämmere wieder weg.
02.35 Uhr
Gerade war man wieder eingeschlafen, da weckt einen eine weitere Polizeikontrolle. Der Polizist geht einmal durch den Bus und wünscht noch eine gute Fahrt. Was soll das mitten in der Nacht? Eigentlich schlafe ich überraschend gut. Nur ab und zu wache ich auf und verändere meine Liegeposition.
07.27 Uhr
Ich wache auf. Die Sonne geht gerade auf. Vor dem Busfenster liegt Patagonien! Endlos dehnt sich die Landschaft.
08.00 Uhr
Wir fahren schon eine ganze Weile auf Schotter. In Alto Rio Senguer gibt es eine Tankstelle mit Kaffee-Bar. Frühstückspause! In elf Stunden hat der Bus 584 Kilometer zurückgelegt. Nach einer halben Stunde geht es weiter. Auf der völlig ausgelutschen Piste kommt der Bus manchmal nur im Schritt-Tempo voran. Für die 88 Kilometer bis zum nächsten Ort brauchen wir über 2,5 Stunden.
11.05 Uhr
Ankunft in Perito Moreno. Der Ort heisst zwar wie der Gletscher, den wir uns ansehen wollen, hat aber nichts mit ihm zu tun. Der Bus lädt uns alle am Terminal aus und verschwindet für eine halbe Stunde. Dann kommt er mit einem Steinschlaggitter vor seiner Windschutzscheibe wieder. Wie mag die Strecke vor uns wohl aussehen? Es folgt eine lange Pause im nahegelegenen Los Antiguos. Die beiden Fahrer, die sich abwechseln, verschwinden im Büro ihrer Busgesellschaft, wir gehen ein Eis essen.
15.52 Uhr
Endlich geht es weiter. In Perito Moreno ist ein neuer Fahrgast eingestiegen. Der Bus hat mehrere Stunden in der Hitze gestanden und ist entsprechend aufgeheitzt. Dösig schaue ich auf eine Landschaft, die sich seit Stunden nicht verändert.
18.30 Uhr
Pause in Bajo Caracoles. Diesen winzigen Punkt im Nichts hat schon Bruce Chatwin in seinem Buch "In Patagonien" beschrieben. Für ihn war es eine "Kreuzung von belangloser Wichtigtuerei mit Strassen, die in sämtlichen Richtungen anscheinend nirgendwohin führen". Der Ort ist seit seinem Besuch Mitte der 70er Jahre nicht viel gewachsen. Es gibt zwei Tanksäulen, eine kleine Kneipe, ein Hostel, einen Campingplatz auf dem ein VW-Bus aus Berlin steht (ohne das die Besitzer zu sehen wären) und ein paar Wohnhütten. Die Ankunft des Busses scheint der gesellschaftliche Höhepunkt des Tages zu sein.
22.43 Uhr
Die Tage sind hier unten länger. Die Sonne geht gute anderthalb Stunden später unter als in Bariloche.
Ende der 11. Reisewoche.
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