Mittwoch, 12. Dezember 2007

31. Tag: Aufbruch nach Foz de Iguacu

Dienstag, den 11. Dezember 2007

Reisetag. Zehn Stunden braucht der Bus von Curitiba nach Foz de Iguacu, der Stadt an den berühmten Wasserfällen. Im Bordkino liefen folgende aktuelle Blockbuster: My Big Fat Greek Wedding, Driving Miss Daisy und Rookie. Dreiviertel der Zeit schüttete es wie aus Kübeln und man konnte vor lauter Regen kaum die Strasse sehen.

Unser Hotel hat einen Pool und einen funktionierenden WLAN-Anschluss! Hurra! Nach der langen Reise gönnten wir uns Lammkottelets und eine Flasche Weisswein (wegen der kühleren Temperatur, denn in Foz sind es schon wieder über 30 Grad und das bei hoher Luftfeuchtigkeit) und anschliessend leider noch drei beziehungsweise zwei Caiphirinhas. (Zur Entschuldigung muss man sagen, dass während unseres Essens erst ein Bee Gees-Konzertmittschnitt per Beamer auf eine Leinwand neben unserem Tisch projeziert wurde und dann ein Scorpions-Unplugged-Konzert aus Lissabon. Aus unerklärlichen Gründen spielte der Scorpions-Gitarist auf einer zweihälsigen Elektrogitarre - bisher nahm ich an, solches darf ungestraft nur Jimmy Page tun. Ein Hals, zwei Hälse, egal, als dann auch noch eine bulgarische Cellistin ins musikalische Geschehen eingriff, musste ich den dritten Caipi bestellen. Gott sei Dank kam Winds of Change erst nach dem wir das Lokal verlassen hatten).

30. Tag: Curitiba

Montag, den 10. Dezember 2007

Heute steht ein touristischer Höhepunkt an: eine Fahrt mit der Eisenbahn von Curitiba durch den Dschungel der Serra do Mar-Bergkette nach Morretes. Die 110 Kilometer lange Strecke wurde 1880 gebaut, um Curitiba mit der Hafenstadt Paranagua zu verbinden. Fünf Jahre lang schufteten tausende von Arbeitern unter schrecklichsten Bedingungen, um diesen technischen Kraftakt zu vollbringen. Dreizehn Tunnel mussten in den Berg geschlagen werden, unzählige Brücken und Galerien überspannen die vielen Flüsse, Bäche und Täler. 5000 (!) Arbeiter kamen beim Bau der Strecke ums Leben.

Gemächlich verläßt der kleine, von einer Diesellokomotive gezogene Zug den Bahnhof von Curitiba. Mit 25 bis 30 Stundenkilometer bummeln wir über die Gleise, alle paar Minuten warnt der Lokführer mit einem Pfeifton Autofahrer und Fußgänger vor dem Herannahen des Zuges. Beschrankte Bahnübergänge gibt es nämlich nicht. Schon wenige Kilometer hinter der Stadt beginnt der Urwald. Und zwar richtiger, undurchdringlicher Urwald und nicht so ein Niederrhein-Gehölz wie wir es am Amazons gesehen haben. Die Bäume stehen dicht an dicht, überwuchert von irgendwelchen Parasitenpflanzen, umgeben von dichtem Unterholz. Der Wald zieht sich endlos die Berghänge hinauf, die Bergspitzen verschwinden in den Wolken. In diesen Wäldern könnte King Kong wohnen.

Mit zunehmder Höhe bleibt die Schwüle Curitibas zurück und durch die weit geöffneten Fenster weht ein kühler Wind. Drei Stunden dauert die Fahrt nach Morretes, einem kleinen malerischen Ort in den Bergen. Manchmal stockt einem der Atem, wenn die Bahn an einem steilen Abgrund millimeterscharf vorbeifährt und man mehrere hundert Meter unter sich einen kleinen Bach fliessen sieht. Oder wenn der Zug im Schrittempo über die 104 Meter hohe, alte genietete Eisenbrücke fährt und man durch die Schwellen bis auf den Boden blicken kann.

In Morretes bleiben uns vier Stunden Zeit die dortige Spezialität Barreado zu probieren. Das ist ein deftiger Eintopf aus Rindfleisch, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Gewürzen, der mindestens 10 Stunden in einem alten Eisentopf köcheln muss. Der 15.000 Einwohner zählende Ort hat 26 Restaurants. Ein Beleg dafür, dass hier am Wochenende die Hölle los sein muss. Aber an diesem Montag sind wir fast die einzigen Gäste im Ort. Die meisten anderen Bahnfahrer nutzen den schnelleren Bus für die Rückfahrt. Als der Zug um 15 Uhr wieder nach Curitiba aufbricht, haben wir fast den ganzen Waggon für uns alleine.

29. Tag: Curitiba

Sonntag, den 9. Dezember 2007

Den Sonntagmorgen beganngen wir mit einem Sinfoniekonzert. Wir gönnten uns Plätze in der zweiten Reihe (20 Reais pro Stück, ca. 8 Euro), hörten die 9. Sinfonie von Dvorak und Carmen von Bizet und konnten dank der vorderen Plätze prima beobachten, wie einer Cellistin während des Konzerts langsam die Füsse anschwollen und das Fleisch langsam über die Ränder der Schuhe traten. Gerda meinte, für eine Sonntagmorgenaufführung hätten sich alle ziemlich ins Zeug gelegt, das Publikum feierte Dirigent und Klangkörper mit stehenden Ovationen und wurde dafür mit zwei Zugaben belohnt.

Den Rest des ziemlich heissen Tages verbrachten wir mit dem Besuch des Zeitgenössischen Museums, wo gerade regionale Nachwuchskünstler ausstellten, und einer ausgedehnten Wanderung vom Zentrum zum Botanischen Garten. Dort gab es eine zauberhafte Ikebana-Ausstellung und die Skulpturen eines polnisch-brasilianischen Künstlers, der sich für die Erhaltung des Amazonas-Regenwaldes einsetzt.

28. Tag: Curitiba

Samstag, den 8. Dezember 2007

Ich schätze, die wenigsten Leser dieser Zeilen, werden jemals etwas von der Stadt Curitiba gehört haben. Curitiba liegt nicht wie Rio an der Küste und kann deshalb mit keinem schönen Strand punkten, es ist mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern zehnmal kleiner als Sao Paulo und zieht trotzdem immer mehr Konzernzentralen an. Seine Silhouette ist mit hunderten anderer Städte verwechselbar, gesichtlose Appartmenthäuser gepaart mit Bürotürmen und Shoppingcentern. Und dennoch: Curitiba ist die brasilianische Vorzeigestadt. Ja, sie gilt sogar als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität im Lande.

Wie konnte es dazu kommen? Blenden wir zurück in das Jahr 1965. Curitiba hat, wie andere Städte auch, mit einem neuen Trend zu kämpfen. Immer mehr Menschen ziehen aus den ländlichen Gebieten in die Stadt. Curitiba, damals gerade 500.000 Einwohner zählend, antwortet dem Trend mit der Gründung des "Instituts für Forschung und Planung der Stadt Curitiba". Dieses Institut hat seitdem mit neuen und teilweise ungewöhnlichen Vorschlägen für die Entwicklung der Stadt gesorgt. Ausserdem hatte die Metropole in den 70er Jahren einen Bürgermeister, der dir Vorschläge aufgriff und in die Realität umsetzte.

Die Ideen waren an sich gar nicht so spektakulär. Aber die Politik der kleinen Schritte und die vielen stetigen Verbesserungen führten dazu, dass Curitiba die anderen Städte im Lande immer weiter abhängte. Erstes zentrales Thema war die Verkehrsplanung. Wie sollte in einer wachsenden Großstadt das steigende Verkehraufkommen kanalisiert werden? Die Lösung war genial und einfach. Man verlegte das prinzip U-Bahn an die Oberfläche. Weil die Stadt bereits Busse hatte, setzte man auf Busse, die eine eigene Fahrspur bekamen. Dazu entwickelte man röhrenförmige Wartehäuschen, in denen der Fahrpreis entrichtet wird (statt wie sonst üblich im Bus). Das spart Zeit beim Einsteigen, der Bus ist schneller wieder am Fahren. Diese neuen Schnellbusse fahren alle Viertel der Stadt an und sorgen so dafür, das alle Einwohner preiswert zum Beispiel an ihren Arbeitsplatz kommen.

Das Geld, das durch den Nichtbau der U-Bahn gespart wurde, wurde etwa für soziale Projekte wie Kindertagesstätten in Problemvierteln oder Parks gesteckt. Ganz Curitiba ist von einer Unzahl von Parkanlagen durchzogen, die als Naherholungsgebiete dienen, und es zum Beispiel möglich machen, die Stadt mit dem Fahrrad zu umrunden. Um die Innenstadt weiterhin attraktiv zu halten, wird eine Menge Geld in kulturelle Projekte gesteckt. Während unserem Aufenthalt haben wir immer wieder Aufführungen gesehen bzw. angekündigt gesehen.

Curitiba ist die erste Stadt Brasiliens, die den Umweltschutz zum Leitthema ihres politischen Handels gemacht hat. Keine andere Stadt hat mehr Auszeichnungen erhalten, unter anderem erhielt sie 1990 den Umweltpreis der Vereinten Nationen und 1996 den World Habitat Award.

Nachdem wir erfolgreich ein neues Hotel gefunden haben, machen wir uns auf den Weg zum Museo Oscar Niemeyer, dem neuen Wahrzeichen der Stadt. Das Museum war ursprünglich als Schule oder universitäre Einrichtung geplant. Aus irgendwelchen Gründen kam es zu der Umwidmung und der berühmte Architekt entwarf zu dem schlanken, langgestreckten Hauptgebäude noch einen weiteren Ausstellungssaal in Form eines überdimensionierten Auges.

Ich war davon ausgegangen, dass ein Museum mit dem Namen Oscar Niemeyer auch Oscar Niemeyer und seine Architektur zum Inhalt hat. Weit gefehlt. Es ist ein Museum für zeitgenössische Kunst und, wie die Museumzeitung stolz berichtet, das einzige Museum der Welt, das in der Lage ist, 32 verschiedene Ausstellungen pro Jahr zu zeigen. Uns ist nicht gelungen, herauszubekommen, warum das Museum nach Herrn Niemeyer benannt wurde und für was es steht. Immerhin gab es im Untergeschoss eine kleine Ausstellung über seine wichtigsten Arbeiten: riesige Panoramafotos und Modelle. Aber allein der Bau ist die Reise schon wert.

Abends schauten wir uns im Einkaufscenter gegenüber unserem Hotel noch den neuesten George Clooney-Film an (Michael Clayton - keine Ahnung wie der auf Deutsch heisst).

Ende der vierten Reisewoche.

In Curitiba

Das war die erste Fussgängerzone in Brasilien. Eingeführt in den 70er Jahren gegen den heftigen Widerstand von Autofahrern und Geschäftsleuten.

Curitiba ist eine etwas gesichtslose Stadt mit immens vielen Parks. Hier der Botanische Garten.

Blick vom Hotelzimmer auf einen Platz in der Innenstadt.

Übrigens: Wie ist eigentlich das Wetter in Deutschland zur Zeit?

Weihnachtssingen am Freitagabend in der Innenstadt.

Wir waren schon wieder im Konzert. Sonntagsmorgenmatinee mit Dvorak und Bizet.

Das neue Wahrzeichen von Curitiba: Das Museu Oscar Niemeyer mit dem vom Meister entworfenen Auge, welches sinnfälligerweise (Gerda) ein Fotografiemuseum und einen riesigen Ausstellungssaal beinhaltet.

Der unterirdische Zugang zum Auge. Wenn es S.P.E.C.T.R.E. gäbe, könnte das das Hauptquartier sein.

Die schwarze Säule links neben der grauen Tür ist das Cafe des Museums. Kein Witz! Ist auf jedem Übersichtsplan eingezeichnet und ein freundlicher Aufseher führte uns sogar hin.

Noch ein Museum. Das Museum für zeitgenössische Kunst. Die Wegweiser am Eingang zeigen in die Richtung von wichtigen internationalen Museen und Kunststä(d)tten. Kassel ist etwas mehr als 10.000 km entfernt.

Junge Kunst...

...in alter Pracht.


Kunst gibt es in dieser Stadt genug. Hier eine Ausstellung mit Skulpturen des polnisch-brasilianischen Künstlers Frans Krajcberg im Botanischen Garten.

Mülltrennung und Umweltschutz sind in Curitiba ein wichtiges Thema.

Das Schnellbus-System in Curitiba gilt weltweit als vorbildlich. Man hat das Prinzip U-Bahn über die Erde geholt. Die Busse fahren auf eigenen Spuren. Diese Röhren sind die Wartehäuschen.

Gerda guckt in der Röhre. Der sitzende Mann ist der Schaffner. 2 Reais kostet eine Fahrt, am Sonntag sogar nur 1 Reais. Dadurch das der Bezahlvorgang aus dem Bus in das Wartehäuschen verlagert wurde, haben sich die Einsteigezeiten drastisch verkürzt. Der Bus ist schneller wieder auf der Bahn.

Die Busse halten millimetergenau vor den Eingängen. 500.000 Fahrgäste nutzen die Busse jeden Tag. Das System ist so erfolgreich, dass es sich selber finanziell trägt. Die Busgesellschaft ist übrigens städtisches Eigentum.

Mit dem Bus von Sao Paulo nach Curitiba

Der Busbahnhof (Rodoviaria) von Sao Paulo.

Unser Bus.

Gerda beim Versuch im Bus zu lesen. Es ging aber nicht, er schlackerte einfach zu sehr.

27. Tag: Von Sao Paulo nach Curitiba

Freitag, den 7. Dezember 2007

Sao Paulo hat drei Busbahnhöfe. Wir starten von dem, von dem die Busse in Richtung Süden gehen. 52 Reais, also ca. 20 Euro kosten die Busfahrkarten ins über 300 Kilometer entfernte Curitiba. Unsere Busgesellschaft heisst Cometa und unser Bus Halley. Freudige Überraschung an Bord: keine Videobildschirme, also auch keine Videofilme während der Fahrt (das war in mexikanischen Bussen ein echtes Ärgernis, irgendwelche Chuck-Norris-Filme in voller Lautstärke über mehrere Stunden hinweg ertragen zu müssen). Unfreudige Überraschung: keine Klimaanlage. Erfreulicherweise regnet es in Sao Paulo und die Temperaturen halten sich in Grenzen.

Fast zwei Stunden brauchen wir vom Busbahnhof bis zur Stadtgrenze. Sao Paulo scheint kein Ende zu nehmen. Doch irgendwann hören die Appartment- und Bürohochhäuser und die Shopping-Center auf, die Armenviertel, die sogenannten Favelas, beginnen, und dann plötzlich ist offenes Land da. Die gut ausgebaute Landstrasse windet sich durch Hügel und kleine Berge. Einfache Hütten stehen am Strassenrand, die Strasse wird als Bürgersteig und Fahrradweg benutzt, während ein unendlicher Strom von Lastwagen vorbeidonnert.

Statt der üblichen sechs Stunden brauchen wir sieben Stunden für die Strecke. Ein Autotransporter ist umgekippt und die asiatischen Geländewagen sind über die Strasse gepurzelt. Wir sehen, als wir an der Unfallstelle vorbeifahren, jede Menge gerade noch fabrikneue SUV's, die jetzt nur noch Schrottwert haben.

Als wir gegen 18 Uhr im Busbahnhof von Curitiba ankommen, scheint die Sonne und es ist kein Hotelzimmer zu bekommen. Nach längerer Suche mit einem immer genervteren Taxifahrer finden wir in einem IBIS-Hotel ein kleines, ungemütliches Zimmer für die nächste Nacht. Danach ist auch dieser Bunker ausgebucht.

Das Hotel liegt am Rande der Innenstadt und wir machen noch einen Abendbummel. Vor einem schönen alten, weihnachtlich geschmückten Gebäude hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Wir bleiben neugierig stehen und kriegen mit, das gleich irgendetwas aufgeführt wird. Und tatsächlich, gegen 20.30 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit, öffnen sich in dem Gebäude plötzlich dutzende von Fenstern gleichzeitig. Darin stehen Kinder, die Weihnachtslieder singen. Trotz der milden Temperaturen kommt Festtagsstimmung auf. Eine Stunde später beendet ein großes Feuerwerk das Chorkonzert.

26. Tag: Sao Paulo

Donnerstag, den 6. Dezember 2007

Nach einem Frühstück mit Schwarzbrot, extra für uns gekauft, machen wir uns zum Museo de Arte de Sao Paulo (MASP) an der Avenida Paulista auf. Das Museum hat eine Sammlung mit allen wichtigen europäischen Malern der letzten 500 Jahre, viele brasilianische Künstler und eine ganze Etage mit wechselnder Gegenwarts-Fotografie, gesponsert von Pirelli.

Aber eigentlich sind wir gar nicht wegen der Kunst oder der Stadt in Sao Paulo (vor anderthalb Jahren haben wir hier mehrere Tage verbracht und die Stadt so gut kennengelernt, wie man eine 16-Millionen-Einwohner-Stadt eben in vier Tagen kennenlernen kann), sondern wegen Anne. Und deshalb verbringen wir den Nachmittag auch bei ihrer Tochter zuhause und erzählen und erzählen. Während wir uns über die Kriminalität in Sao Paulo, das Leben als Farmer im Nordosten und die Zeit der Militärdiktatur unterhalten, bricht draussen ein mehrstündiger Regen los. Statt Abendessen zu gehen, ordern wir Pizza. Wir sind gerade fertig, als der Strom ausfällt. Das ganze Viertel liegt im Dunkeln.

Annes Tochter Gabi ist Krankenschwester, arbeitet aber als Vertreterin für einen deutschen Pharmakonzern und berät Kliniken in Sachen Verbandsmaterial. Ihre beiden Töchter haben gerade Sommerferien, die dauern hier von Anfang Dezember bis Ende Januar. Die beiden Mädchen gehen auf Privatschulen, da das staatliche Schulsystem sehr schlecht ist. Staatliche Lehrer gehören zu den am schlechtest bezahlten öffentlichen Angestellten. Sie streiken immer wieder über Monate für eine bessere Entlohnung. In der Zeit fällt an den öffentlichen Schulen der Unterricht aus.

Als wir uns um elf Uhr bei Kerzenschein hinlegen, schwirrt uns der Kopf vor lauter Geschichten und Informationen.

Sao Paulo Stopover

Anne und Gerda in einem Park in Sao Paulo.

Anne's Tochter Gabi lebt in diesem Appartmenthaus und gab uns für zwei Nächte Quartier.


Blick 1 vom Balkon.

Blick 2 vom Balkon. Sao Paulo ist eine riesige Ansammlung von Hochhäusern. Dazwischen gibt es aber immer wieder große Flächen mit ein- und zweigeschossigen Wohnhäusern.

Auf dem Weg von Manaus nach Brasilia

Hier noch zwei Nachklapp-Bilder von dem Flug von Manaus nach Brasilia. Aufgenommen, bevor die Wolkendecke zu dicht wurde.

Einer der unzähligen Seitenarme des Amazonas.

Konzertgebäude Brasilia, innen

Die 70er Jahre lassen grüssen: enge Sitzreihen aus grünem Plüsch mit grünem Teppichboden.

Orchester plus Sängerin gleich gelungener Abend.

Montag, 10. Dezember 2007

Auf dem Weg nach Iguacu

Liebe Leute,

wird sind zur Zeit noch in Curitiba und kämpfen dort mit dem Internet. Unser Hotel hat zwar WLAN, aber nicht für uns und keiner weiss, warum. Die Internetbude, in der ich gerade sitzte, hat ein Ethernet-Kabel durch das die Bytes einzeln in Zeitlupe tröpfeln. Deshalb nur eine kleine Aktualisierung.

Wir setzen uns morgen (Dienstag, den 11.12.) in den Bus zu den Wasserfällen von Iguazu. Dort wird es hoffentlich wieder einen vernünftigen Anschluss an den Rest der Welt geben.

Bis bald!

Gerda und Karsten

25. Tag: Brasilia

Mittwoch, den 5. Dezember 2007

Unser letzter Tag in der Hauptstadt. Da unser Flieger erst um 20 Uhr geht, beschliessen wir ein bischen mit dem Bus nach ausserhalb zu fahren. Laut Reiseführer soll der Zoo sehenswert sein. Wir laufen die 20 Minuten bis zum Busbahnhof und geben nach einer halben Stunde suchen auf. Wir finden in dem riesigen Terminal weder einen Streckenplan, noch jemanden, der uns Auskunft geben kann, welcher Bus zum Zoo fährt.

Stattdessen laufen wir in die Perepherie der Innenstadt. Nach wenigen Blocks hören die wuchtigen Verwaltungshochhäuser auf und machen Wohnblocks Platz. Je weiter wir stadtauswärts kommen, desto häufiger stehen Ladenlokale leer, desto schlechter wird der Bürgersteig. Laut Stadtplan soll einige Strassen von uns entfernt ein spirituelles Zentrum in Form einer grossen Pyramide stehen. Doch ehe wir dahin gelangen, gibt es andere geistige Verlockungen. Neben einer kleinen Markthalle mit Wurst- und Käsespezialitäten lädt eine Art Brasserie zum Verweilen ein. An einem grossen Tisch sitzt eine Gruppe von Männern beim Mittagessen. Sie trinken tatsächlich Rotwein aus richtigen Rotweingläsern. Man muss wahrscheinlich schon mal die brasilianische Freiluft- und Aussengastronomie gesehen haben, um zu wissen, dass dies hier aussergewöhnlich ist. Wir entschliessen uns, die Pyramide Pyramide sein zu lassen und bestellen einige Kleinigkeiten (Brot mit Olivenöl, durch den Wolf gedrehten Stockfisch und einen Fleischspies), die wirklich gut sind. Die interessantesten Dinge entdeckt man doch immer da, wo man sie nie vermutet.

Der Flughafen von Brasilia macht einen völlig überlasteten Eindruck. Der Flughafen von Sao Paulo auch. Wir schnappen uns ein Taxi und fahren durch die menschenleere Mega-Metropole. Sao Paulo gehört zu den gefährlichsten Städten Brasiliens. Es ist noch gar nicht lange her, da brachten eingesperrte Drogenbosse, die ihre Verlegung in andere Gefängnisse verhindern wollten, die Stadt an den Rand des Zusammenbruchs. Mehrere Tage lang stürmten krimminelle Banden Autobusse, fackelten sie samt Insassen ab, erschossen Polizisten, nahmen Geiseln und anderes mehr. In der Stadt ging gar nichts mehr, der Governeur musste den Ausnahmezustand ausrufen und mit den Gangsterbossen verhandeln. Nach Einbruch der Dunkelheit leeren sich die Strassen schnell, es sind kaum noch Fußgänger unterwegs und die Autos fahren zügig und halten ungerne an.

Die Tochter unserer Freundin Anne, bei der wir die nächsten zwei Tage schlafen, wohnt Broklin, einem Stadtteil Sao Paulos, der ehemals von deutschen Auswandern geprägt wurde. Jetzt ist er ein normaler Stadtteil, der deutschstämmige Anteil ist nicht mehr besonders hoch, aber immer noch gibt es ein Oktoberfest (als ob Deutschland nur aus Bayern bestehen würde) und wichtiger, Schwarzbrot zu kaufen.

Anne haben wir 2006 kennengelernt, als wir die kleine Stadt Novopetropolis in der Nähe von Porto Alegre besucht haben, und aus Zufall die Pension ihrer Mutter aussuchten. Annes Mutter stammt aus Österreich, ihr Vater aus der Schweiz. Die Eltern sind in den 30er Jahren auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Brasilien ausgewandert und haben sich hier kennengelernt. Anne spricht perfekt Deutsch, hat mit ihrem Mann eine Farm im Nordosten betrieben, lange Jahre als Sekretärin für die brasilianische Tochter der Zahnradfabrik Friedrichshafen gearbeitet und drei Kinder großgezogen. Sie interessiert sich für Kunst, Kultur und Politik und ist unermüdlich im Beantworten unserer Fragen.

Das fiel uns in Brasilien auf und deshalb wollten wir euch das zeigen

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Weil der Busfahrer keine Lust auf Stau hatte, nahm er die Abkürzung durch den Park.

In den CD-Abteilungen gibt es immer ein grosses Regal mit religöser Musik.

Je höher, desto besser: die aktuelle Schuhmode.

Gesehen in einem schicken Einkaufscenter in Manaus.

Mindestens 1600 Kalorien pro Stück hat diese zuckersüsse Bananentorte.

Ein typisches Mittagsgericht in einer typischen Launchette, so heissen die Strassenimbisse. Man beachte, dass es Reis, Kartoffelpuree und Pommes Frites als Beilage gibt. Kartoffeln gelten hierzulande als Gemüse. Das Ganze hat 4,90 Reais gekostet, das sind knapp zwei Euro.

Diese Telefonzellen heissen "Grosse Ohren".

Sie können gar nicht gross genug sein.

Das ist das meist gepflasterte Muster in ganz Brasilien. Ursprünglich wurde es vom Landschaftsarchitekten Burle Marx für die Copacabana in Rio designt. Heute findet es sich in jedem zweiten Hinterhof. Meine Vermutung: Dieses Muster ist Prüfungsaufgabe beim Abschluss der Plastererlehre, deshalb kann es jeder.


Aqua de Coco: Kokossaft direkt von der Quelle. Die Kokosnüsse werden in Kühltruhen gelagert, dann mit einem riesigen Dorn aufgemacht, fertig ist das Kaltgetränk. In einer Kokosnuss dieser Art ist ca. ein halber Liter Saft. Kosten: ein bis zwei Reais.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Brasilia in Bildern

Die Stadt als Flugzeug: die grüne Achse ist der Rumpf mit den Ministerien und den Regierungsgebäuden, die Flügel sind Wohnungen, Firmenverwaltungen und Einkaufscentren gedacht.

Der "Bundestag" von Brasilia: Die Salatschüssel rechts ist das Parlament, der Atommeiler links ist der Senat und in den Twin Towers haben die Abgeordneten ihre Büros.

Der Fernsehturm ist laut Reiseführer eine Hommage an den Eiffelturm.

Das Nationalmuseum.

Die Kathedrale.

Der Innenraum.

Das Teatro Nacional. Die Pyramiden der Inkas und Mayas standen hier Pate.

Haus des Obersten Gerichts.

Die Dom Bosco-Kirche.

Der spirituelle Innenraum mit seinen riesigen Buntglasfenstern.

Mehr Brasilia-Bilder unter http://www.muehlhausetc.de/brasilia

24. Tag: Brasilia

Dienstag, den 4. Dezember 2007

Wetterumschwung. Es ist angenehm kühl und bedeckt. Wir machen uns in ein Nebenviertel auf, um uns die Kirche Santuário Dom Bosco anzuschauen. Die Kirche besteht wie gewöhnlich aus einem Betonskelett und ansonsten nur aus farbigen Fenstern, die Herrn Meisner wahrsscheinlich vermuten lassen würden, er wäre in einer Moschee. Es ist aber eine katholische Kirche, die weit vor Gerhard Richter ihre Fenster aus kleinen, farbigen, quadratischen Glasstücken zusammensetzen liess. Wenn man im Kirchenraum sitzt wird man von allen Seiten mit farbigen Licht durchflutet, man ist im wahrsten Sinne erleuchtet.

Ein tropischer Regenguss nagelt uns in einem heruntergekommenen Einkaufscenter fest. Hier sieht es aus wie im Bazaar de Cologne kurz vor seiner Schließung. Ein Kilo-Restaurant (man tut sich soviel man will und schafft auf einen Teller und bezahlt nach Gewicht) wird für die nächsten zwei Stunden unsere Heimat. Im Cafe nebenan gibt es sogar noch geniessbaren Kaffee. So läßt es sich aushalten.

Anschließend laufen wir 45 Minuten durch die nasse Stadt zum National-Museum, wo es eine Ausstellung mit Schweizer Plakaten von 1950 bis 2000 zu sehen gibt. Jetzt sind wir auf diesem Gebiet auch bestens informiert.

Abends geht es ins Teatro Nacional, auch ein Niemeyer-Bau, aber, wie ich finde, nicht so gelungen. Es soll an eine indianische Pyramide erinnern. Ist aber leider von drei Seiten mit Hochstrassen bzw. Hochhäusern eingeschnürrt. Außerdem macht es einen stark renovierungsbedürftigen Eindruck. Das Innere ist mit grünem, abgewetztem Teppich ausgelegt und die Stuhlreihen sind so eng, wie in der Economy-Klasse unserer bisherigen Flugzeuge. Wir fühlen uns also fast zuhause.

Das "Orchestra Sinfónica do Teatro Nacional Claudio Santoro" gibt ein Gratiskonzert mit Tchaikowsky-, Dvorák- und Sibelius-Werken. Ein schöner, gelungener Abend.

23. Tag: Brasilia

Montag, den 3. Dezember 2007

Wir haben unsere Rückkehr in die Zivilisation mit einem Abendessen und zwei Flaschen Wein in inserem Hotel gefeiert. Leider wachen wir dafür am nächsten Morgen mit dicken Köpfen auf. Dann beginnt die Traveller-Routine. Da wir drei Nächte in der Stadt bleiben, werden erstmal Unterhosen, Strümpfe und Hemden gewaschen. Ist ja viel Zeit zum Trocknen da. Wie in Hotels üblich, gibt es nichts, wo man Wäsche aufhängen kann und so müssen sämtliche Stühle und Sessel als Leine herhalten.

Brasilia wurde zwischen 1956 und 1960 mitten im Nichts aus dem Nichts erbaut und löste Rio de Janeiro als Hauptstadt ab. Die Corbusier-Schüler Lucio Costa und Oskar Niemeyer übernahmen die Planung und Ausführung. Costa entwickelte das städtebauliche Grundkonzept, Niemeyer entwarf die wichtigsten Gebäude.

"Die Idee, die Hauptstadt ins Binnenland zu verlegen, entstand bereits Ende des 18.Jahrhunderts; 1891 wurde die Errichtung einer neuen Hauptstadt als Absichtserklärung in der brasilianischen Verfassung verankert, aber erst 1957 wurde mit dem Bau begonnen. Mit der Errichtung von Brasília sollte auf der einen Seite die alte Hauptstadt Rio de Janeiro entlastet und die Verwaltung des Staates in dessen Zentrum umgesiedelt werden; auf der anderen Seiten sollte die Platzierung der neuen Hauptstadt in Zentralbrasilien der Erschliessung des Binnenlandes einen entscheidenden Anstoss geben.

Der Grundriss der Stadt, den der brasilianische Stadtplaner Lucio Costa entwarf, ähnelt einem Kreuz, bzw. einem Flugzeug. Entlang des "Flugzeugrumpfes", der 5km langen Hauptachse der Stadt, befinden sich die Regierungsgebäude, die Kathedrale und das Theater. An der insgesamt 13km langen Querachse, den beiden "Flügeln", sind quadratische Wohnblocks angesiedelt. An der Spitze des "Flugzeugrumpfes", der Hauptachse also, befindet sich der Platz der "Drei Mächte" mit seinen repräsentativen Regierungsgebäuden, zwischen dem Platz und dem Lago Paranoá liegt der von dem brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer entworfene Glas- und Stahlbau des Präsidentenpalastes. Ebenfalls von Niemeyer sind die Kathedrale, ein monumentaler Rundbau, und das einer aztekischen Pyramide nachempfundene Theater. Um die Spitze des "Flugzeugrumpfes" bis zu den Enden der beiden "Flügel" erstreckt sich der Stausee Lago Paranoá, der die Wasser- und Energieversorgung der Stadt gewährleistet. Jenseits der Grenzen der geplanten Stadt haben sich mehrere schnell wachsende Satellitenstädte und Elendsviertel gebildet." (Zitat von einer Webseite, deren Adresse ich gerade nicht finde. Wer tiefer in das Thema eintauchen will, lese hier: Brasilia - Zeitgemäße Architektur - In: planen-bauen-wohnen 49, Wien 1972 - http://www.zaunschirm.de/brasilia.html)

Trotz aller Diskussionen, ob Brasilia als Stadt gescheitert ist oder nicht, funktioniert die 2-Millionen Metropole. Auf der Achse Monumental, wo die Regierungsgebäude und die Repräsentativ-Bauten sind, verlaufen sich die Menschen zwar angesichts der gewaltigen Dimensionen, aber in den Shoppingcentern und am Busbahnhof quirlt das Leben. Der Reiseführer warnt uns, Brasilia ist die Stadt der weiten Wege und kann zur Fuss nicht erobert werden. Das fordert natürlich unseren Ehrgeiz heraus und so machen wir uns nach dem Frühstück mit Hut, Sonnencreme und Wasservorräten ausgerüstet auf.

Brasilia ist planerisch ein Kind der 50er Jahre, wo man dem Ideal des störungsfreien Flusses des Autoverkehrs huldigte. So laufen die Strassen kreuzungsfrei über und untereinander, Ampel gibt es kaum und damit auch keine Fussgängerüberwege. Bürgersteige enden im Nichts und mehr als einmal sind wir im Sprint über sechsspurige Strassen gerannt, weil es keine andere nervenschonendere Möglichkeit gab. Zumindest im Zentrum ist Brasilia eine grüne Stadt, weite Rasenflächen und Baumalleen säumen die Gebäude. Wie so oft, wenn man etwas nur von Fotos kennt, hatte ich mir die Gebäude viel größer vorgestellt.

Das gestalterische Genie hinter Brasilia ist Oscar Niemeyer. Er ist quasi der Johannes Heesters der Architektenzunft. Mit beinahe 100 Jahren (er hat am 15. Dezember Geburtstag) ist er der älteste noch lebende und arbeitende Architekt des Planeten. Laut der Zeitschrift "Art" von November betreut er im Moment zwölf Projekte. Mehr über ihn gibt es in ein paar Tagen, wenn wir in Curitiba sind, denn dort gibt es ein Oskar Niemeyer Museum, dessen Bau er natürlich selber entworfen hat.

Wir beenden unseren mehrstündigen Rundgang durch die Hauptstadt mit einem gemütlichen Kaffee in einem ungemütlichen Einkaufszentrum und schleppen uns abends noch ins Kino, wo wir uns "Die Ermordung Jesse James durch den Feigling Robert Ford" auf englisch mit brasilianischen Untertiteln anschauen. Der Film ist genaus so lang wie sein Titel.

Intermezzo: Die Fahne


Die brasiliansche Nationalflagge scheint von einem Komitee entworfen worden zu sein, das in der Überzeugung handelte, warum einfach, wenn es auch komplziert geht. Ich zitiere mal wieder unseren Reiseführer: "Nicht zuletzt wegen der Trikots der Fußball-Nationalmannschaft werden die Farben grün und gelb von vielen sofort mit Brasilien in Verbindung gebracht. (Einschub von mir, hier kommt der einzige Fußballwitz, den ich kenne: Wie heißt die Frau, die die Wäsche der französischen Fußball-Nationalmannschaft wäscht? Triko-Lore! Ende des Einschubs, weiter mit der Fahne.) Sie (die Farben der Nationalmannschaft) gehen auf die Flagge zurück, die sich Brasilien 1889 gegeben hat, als Kaiser Dom Pedro II abgesetzt und die Republik gegründet wurde. Sie zeigt eine gelbe Raute auf grünem Grund. Im Volksmund wird das Grün oft als Symbol der Regenwälder, das Gelb für die reichen Vorkommen an Bodenschätzen genannt. Ursprünglich geht jedoch das Grün auf die portugiesische Adelsfamilie Braganza (Herkunft Kaiser Dom Pedro I) und das Gelb auf die Habsburger (Haus der Kaiserin Leopoldina) zurück.

Die blaue Kugel in der Raute zeigt den Himmel über Rio de Janeiro am 15. November 1889 um 8.30 Uhr: Ort und Stunde der Proklamation der Republik. Die 27 Sterne stehen für die 26. Bundesstaaten und den Bundesdistrikt Brasilia. Auf dem weissen Spruchband steht das Motto "ordem e progresso" - Ordnung und Fortschritt. Es geht auf die positivistischen Ideen des französischen Philosophen Auguste Comte zurück, von denen die Gründerväter der Republik geleitet waren."

Sonntag, 2. Dezember 2007

Zwei neue Dia-Schauen

Liebe Freunde,

wir sind gut in Brasilia gelandet.

Von unserem Amazonas-Aufenthalt gibt es zwei neue Diaschauen:

Die kleine Tierschau - http://www.muehlhausetc.de/tierschau/index.html

und (damit Hannelore endlich Ruhe gibt) die erste Reportage: Melonen-Ernte am Amazonas - http://www.muehlhausetc.de/melone/index.html

22. Tag: Von Manaus nach Brasilia

Sonntag, den 2. Dezember 2007

Abschied von der Casa. Ehrlich gesagt, mir reicht es auch. Freue mich auf die nächsten Destinationen Brasilia, Sao Paula (nur vom Flugzeug in den Bus umsteigen), Curitiba, Florianapolis und die Wasserfälle von Igazu.

Der Flieger hebt pünktlich ab und bevor die Wolkenfelder zu dicht werden, können wir noch einige Blicke auf den Amazonas und den Dschungel rund um Manaus werfen. Eigentlich erschliesst sich die Weite und Unendlichkeit des Regenwaldes erst aus der Luft. Zwei Stunden und 50 Minuten dauert der Flug Manaus - Brasilia und die ganze Zeit überfliegen wir Urwald. Zum Vergleich: Der Flug Köln - Istanbul dauert auch ungefähr drei Stunden und man überfliegt dabei halb Europa.

Als Snack reichte die Fluggesellschaft TAM ein Sandwich, auf dessen Verpackung gedruckt stand "30 Years of TAM". Das Sandwich schmeckte nur unwesentlich jünger.

In Brasilia konnten wir die Uhr wieder zwei Stunden vorstellen. Jetzt liegen wir nur noch drei Stunden hinter der deutschen Zeit zurück.