Freitag, den 7. Dezember 2007
Sao Paulo hat drei Busbahnhöfe. Wir starten von dem, von dem die Busse in Richtung Süden gehen. 52 Reais, also ca. 20 Euro kosten die Busfahrkarten ins über 300 Kilometer entfernte Curitiba. Unsere Busgesellschaft heisst Cometa und unser Bus Halley. Freudige Überraschung an Bord: keine Videobildschirme, also auch keine Videofilme während der Fahrt (das war in mexikanischen Bussen ein echtes Ärgernis, irgendwelche Chuck-Norris-Filme in voller Lautstärke über mehrere Stunden hinweg ertragen zu müssen). Unfreudige Überraschung: keine Klimaanlage. Erfreulicherweise regnet es in Sao Paulo und die Temperaturen halten sich in Grenzen.
Fast zwei Stunden brauchen wir vom Busbahnhof bis zur Stadtgrenze. Sao Paulo scheint kein Ende zu nehmen. Doch irgendwann hören die Appartment- und Bürohochhäuser und die Shopping-Center auf, die Armenviertel, die sogenannten Favelas, beginnen, und dann plötzlich ist offenes Land da. Die gut ausgebaute Landstrasse windet sich durch Hügel und kleine Berge. Einfache Hütten stehen am Strassenrand, die Strasse wird als Bürgersteig und Fahrradweg benutzt, während ein unendlicher Strom von Lastwagen vorbeidonnert.
Statt der üblichen sechs Stunden brauchen wir sieben Stunden für die Strecke. Ein Autotransporter ist umgekippt und die asiatischen Geländewagen sind über die Strasse gepurzelt. Wir sehen, als wir an der Unfallstelle vorbeifahren, jede Menge gerade noch fabrikneue SUV's, die jetzt nur noch Schrottwert haben.
Als wir gegen 18 Uhr im Busbahnhof von Curitiba ankommen, scheint die Sonne und es ist kein Hotelzimmer zu bekommen. Nach längerer Suche mit einem immer genervteren Taxifahrer finden wir in einem IBIS-Hotel ein kleines, ungemütliches Zimmer für die nächste Nacht. Danach ist auch dieser Bunker ausgebucht.
Das Hotel liegt am Rande der Innenstadt und wir machen noch einen Abendbummel. Vor einem schönen alten, weihnachtlich geschmückten Gebäude hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Wir bleiben neugierig stehen und kriegen mit, das gleich irgendetwas aufgeführt wird. Und tatsächlich, gegen 20.30 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit, öffnen sich in dem Gebäude plötzlich dutzende von Fenstern gleichzeitig. Darin stehen Kinder, die Weihnachtslieder singen. Trotz der milden Temperaturen kommt Festtagsstimmung auf. Eine Stunde später beendet ein großes Feuerwerk das Chorkonzert.
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