Dienstag, den 4. Dezember 2007
Wetterumschwung. Es ist angenehm kühl und bedeckt. Wir machen uns in ein Nebenviertel auf, um uns die Kirche Santuário Dom Bosco anzuschauen. Die Kirche besteht wie gewöhnlich aus einem Betonskelett und ansonsten nur aus farbigen Fenstern, die Herrn Meisner wahrsscheinlich vermuten lassen würden, er wäre in einer Moschee. Es ist aber eine katholische Kirche, die weit vor Gerhard Richter ihre Fenster aus kleinen, farbigen, quadratischen Glasstücken zusammensetzen liess. Wenn man im Kirchenraum sitzt wird man von allen Seiten mit farbigen Licht durchflutet, man ist im wahrsten Sinne erleuchtet.
Ein tropischer Regenguss nagelt uns in einem heruntergekommenen Einkaufscenter fest. Hier sieht es aus wie im Bazaar de Cologne kurz vor seiner Schließung. Ein Kilo-Restaurant (man tut sich soviel man will und schafft auf einen Teller und bezahlt nach Gewicht) wird für die nächsten zwei Stunden unsere Heimat. Im Cafe nebenan gibt es sogar noch geniessbaren Kaffee. So läßt es sich aushalten.
Anschließend laufen wir 45 Minuten durch die nasse Stadt zum National-Museum, wo es eine Ausstellung mit Schweizer Plakaten von 1950 bis 2000 zu sehen gibt. Jetzt sind wir auf diesem Gebiet auch bestens informiert.
Abends geht es ins Teatro Nacional, auch ein Niemeyer-Bau, aber, wie ich finde, nicht so gelungen. Es soll an eine indianische Pyramide erinnern. Ist aber leider von drei Seiten mit Hochstrassen bzw. Hochhäusern eingeschnürrt. Außerdem macht es einen stark renovierungsbedürftigen Eindruck. Das Innere ist mit grünem, abgewetztem Teppich ausgelegt und die Stuhlreihen sind so eng, wie in der Economy-Klasse unserer bisherigen Flugzeuge. Wir fühlen uns also fast zuhause.
Das "Orchestra Sinfónica do Teatro Nacional Claudio Santoro" gibt ein Gratiskonzert mit Tchaikowsky-, Dvorák- und Sibelius-Werken. Ein schöner, gelungener Abend.
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