Montag, den 24. Dezember 2007
90 Prozent der Argentinier sind Katholiken. Trotzdem deutet wenig in der Stadt daraufhin, daß heute das Christkind Geburtstag hat. Die Geschäfte und Gaststätten sind normal geöffnet, die Strassen voll mit Menschen. Bei uns kommt auch keine Weihnachtsstimmung auf, weil es sommerlich warm ist. Wir spazieren durch die Stadt und erholen uns noch etwas von den vorherigen Tagen.
Um 21.30 Uhr gehen wir zur Christmesse in eine Kirche in der Nähe unseres Hotels. Im riesigen Kirchenschiff verlieren sich ca. 30 Gläubige. Es ist so deprimierend, dass wir die Kirche schnell wieder verlassen und in eine andere eilen, wo der Gottesdienst um 22.00 Uhr beginnt.
Um fünf vor zehn haben sich, in der ebenfalls riesigen Kirche, gerade mal 27 Besucher eingefunden. Hinter dem Altarraum sammeln sich Nonnen. Ein Gitter trennt sie vom Rest der Kirche. Werden die Frauen gefangen gehalten? Der Priester hat gerade mit dem Ritual begonnen, als ein Kratzgeräusch die Gläubigen auffahren läßt. Metall schabt über den Steinfußboden. Ein alter Mann schleppt sich mit Hilfe einer eisernen Gehhilfe, die einen Höllenlärm macht (falls das das richtige Bild in diesem Umfeld ist), zentimeterweise in die Kirche. Das ist so surreal, die Szene könnte aus einem Bunuel-Film sein. Wir machen uns auch wieder auf den Weg.
Um null Uhr explodieren in der ganzen Stadt Feuerwerkskörper. So wird in Argentinien also die Ankunft des Herrn gefeiert.
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1 Kommentar:
Ha ha ha, soviel zur Frage in meiner Mail =D
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